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Am 9. Juli 2021 habe ich die Rohfassung meines neuen Romans fertiggestellt. Er trägt den Titel "Das Erwachen der Elfriede Sommer". Jetzt geht es in die Korrekturphase. Das neue Buch wird voraussichtlich im Herbst 2021 erscheinen. 

Hier eine Kurzbeschreibung:

Elfriede Sommer scheint eine glückliche Frau zu sein, die alles hat, was sie sich wünscht. Aber der Schein trügt. Eines Tages kreuzt ein Mann ihren Weg, der ihre gewohnte Sicht der Dinge völlig durcheinanderbringt. Obwohl sie ihn gar nicht kennt, wirkt er ihr auf Anhieb seltsam vertraut. Sie spürt eine starke Verbindung zu ihm und fragt sich, ob sie dabei ist, sich zu verlieben. Aber die Intimität, die sie fühlt, ist keine romantische oder gar erotische. Das verwirrt sie noch mehr. Als der Fremde ihr im Traum erscheint und sich als ihr Seelenführer vorstellt, beginnt für Elfriede ein Abenteuer, das ihr alles an Mut und Wahrheitsliebe abverlangen wird."
 


Vor dem Hintergrund einer turbulenten Zeit entstand Mitte Juli 2021 das folgende Gedicht. Der Name "Neschamah" kommt aus der hebräischen Überlieferung und heißt so viel wie göttliche Seele.
 

Neschamah



Wenn überall der Schatten wächst,
die kalte Macht der Finsternis,
das Licht mir wie verloren scheint,
die Zukunft nur noch ungewiss,
 
wenn Böses auf dem Vormarsch ist,
sein übles Wollen mich bedrängt,
und ich mich angegriffen seh,
von irren Regeln eingezwängt,
 
wenn Unrecht frech sein Haupt erhebt,
sich skrupellos zum Recht erklärt,
die Menge davon nichts bemerkt,
weil kein Gelerntes sich bewährt,
 
wenn Lüge, ständig wiederholt,
die Wahrheit gänzlich übertönt,
und offenbare Dummheit gar
Vernunft und Redlichkeit verhöhnt,

 
wenn Häme, Spott und Strafe droht,
der Mensch, verroht, den Menschen hetzt,
Verwirrung allenthalben herrscht,
und Angst Gemeinschaften zersetzt,
 
so suche ich mein Heil bei dir,
du Neschamah, du reines Licht,
die du das Gute treu bewahrst,
im Blick stets Gottes Angesicht.
 
Verborgen vor der Welt bist du
und doch die einzig wahre Macht.
Du führst mich weise Tag für Tag
und spendest Trost mir jede Nacht.
 
Du lehrst die Liebe, die du bist,
und diese Welt so oft verkennt,
die Gott und Mensch in Einklang bringt
und heilig macht, wo jene trennt.
 

Ich weiß, dass mir die Liebe fehlt,
die Welt verträgt und wünscht sie nicht.
Doch du hältst sie für mich bereit,
dass mir’s an Hoffnung nicht gebricht.
 
An deinem Busen lass mich ruh’n,
erholen mich von Last und Leid,
Geborgen bin ich nur bei dir,
im Jetzt daheim, vom Zwang befreit.

Berechnung ist des Zwanges Kern.
Wer Angst hat, plant und kalkuliert.
Von dir jedoch hab ich gelernt,
dass Liebe niemals kontrolliert.
 
Behauptung ist des Zwanges Ziel.
Dann glaub ich, mir wird nichts geschenkt.
In Wahrheit werde ich umsorgt,
von dir zum Guten hingelenkt.


Vergeltung ist des Zwanges Schwert,
du rätst, dass ich es nicht berühr‘
am schärfsten nämlich ist sein Heft,
mich selbst verletzt es, wenn ich’s führ‘.
 
Drum hilf mir stetig, gib mir Kraft,
wenn mir der Hass entgegenschlägt,
und raune so, dass ich’s vernehm‘,
wie Weisheit ihre Worte wägt.

Denn Liebe braucht es in der Not.
Der Liebe Diener lass mich sein.
Sei Du im Innern, Neschamah,
das Heiligtum, ich bin dein Schrein.
 
Gestalt bin ich, sei du Gehalt,

des Lichtes Kern, und ich’s Gefäß.
Mach diesem Leib, so ist’s gedacht,
auf ewig deinem Licht gemäß.
 
Denn das ist doch des Daseins Grund,
der Sinn auch meiner Existenz:
Noch trübe ich des Geistes Licht,
noch fehlt es mir an Transparenz.
 
Befrei von Schlacken meine Form
und wirf Erstarrtes in die Glut,
bis du zu vollem Glanz erstrahlst
und endlich Licht im Lichte ruht.
 
Und so sind Angst und Schrecken da,

dass ich zu dir Vertrauen find‘
und Zuflucht such‘ in deinem Haus,
wo wir im Geist verbunden sind.
 
Ich gib mich hin, ich glaub an dich.
Gewaltig bist du ohne Streit.
In Wahrheit macht uns Frieden stark,
dann lebt die Kraft der Einigkeit.
 
So prüfst du mich in dieser Welt
und nimmst mir beides, Schild und Schwert.
Denn wehrlos siegt die Liebe nur
und dieser Sieg ist alles wert.

 

 


Im Rahmen des Seminars „Zum Natur-Medium erwachen“ im Juni 2020 trat ich in Kontakt mit einer Silberweide am Rande des Baumgartens von TamanGa in der Südsteiermark. Daraus entstand das folgende Gedicht.

 

Wo die Weide weht

 

Bewegend bewegt

auf wogenden Worten

erregend erregt

aus wiegenden Wassern

erheb‘ ich mein Haupt

zu gestenreicher Gestalt.

 

Belebend belebt

vom Winde verwandelt

und strebend bestrebt

wie Bäche von Bergen

ergreif‘ ich die Form

und bleib doch im Fluss.

 

Erahnend erahnt

aus finsteren Tiefen

betörend betört

von lieblichen Weisen

erkling‘ ich zum Bild,

zu tönendem Licht.

 

Wisse mein Wesen zu wägen!

Hole dir Heil aus Erhellung!

Fühle das Fest meiner Fülle!

Löse dich los vom Geleise!

Sei das Ersehnte, Gesinnte!

Wähle zu weilen im Walde!

Im Juli 2020 entdeckte ich an der Würm, einem Flüsschen bei uns in der Nähe, einen imposanten Wächterbaum. Er inspirierte mich zu folgendem Gedicht.


Wächterbaum

 

Er widersteht der Wucht der Winde 

und weicht dem Wege nicht. Der Nächte

Gedankendunkel hält er lauter,

bewacht, der Wuchs markant, die Mark der Würm.

 

Er wichtet unentwegt die Wogen,

die rüde einzudringen drohen,

beschwichtigt wilde Schwingung schweigend,

beschirmt mit Mut die Schar der Schönen.

 

Vor Wirren warnt er, wo es nottut, 

erhebt sein Haupt, den Geist zur Geste,

und wehrt das Unheil ohne Klage,

hat klug zum Kelch gestemmt die Äste. 

 

Wer kann sein kühnes Warten werten,

des Wärters Urbeharren ehren?

Wer schätzt den Schutz des stolzen Stammes,

inmitten gar der Erde Drehung?

 

Er steht, wer rasten will, verweilt.

Die Kraft gerufen kehrt oft wieder,

wo dir eröffnet wird der Wurzel

Erzählung lang verhüllter Tiefen.

 

Der Baum beim Bach, am Rande ordnend,

gewährt der Runde Wir und Würde.

Er hütet heiter Ortes Ritus

und weiß der Ahnen Wesen nahe.

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